Auf der Jagd mit den Podencos von Mallorca

Es ist kurz nach 6 Uhr in der Früh, und die Hunde wärmen sich auf. Still durchstreifen sie das Revier, stecken ihre Nasen hier und da ins Gebüsch, sind angespannt und ruhig gleichzeitig.

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Dann, ganz plötzlich, beginnt der Tanz. Macho, ein mächtiger junger Rauhaar-Rüde, muss ein conejo (Kaninchen) nahe der Steinmauer aufgescheucht haben, vielleicht zufällig, vielleicht auch nicht. Im Sekundenbruchteil wendet er auf der Stelle und beginnt die Jagd mit enormen Sprüngen über das Dickicht, während er genau das schrille Jagdgeläut ausstößt, das ich schon so oft gehört habe, wenn meine eigenen Ibicencos über potenzielle Beute stolperten. Nur dieses eine Mal denke ich nicht “&*^!@” – ich bin einfach froh, die Hunde ein einziges Mal nicht zurückhalten zu müssen und zusehen zu dürfen bei dem, was kommt.

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Der Rest der Meute schließt sich sofort an. Von allen Seiten brechen sie durchs Unterholz in halsbrecherischer Geschwindigkeit. Ihr caçador (Jäger) feuert sie an zu einem feuerwerksgleichen Spektakel aus den unglaublichsten Sprüngen, die mich eher an leichtfüßige Wildkatzen erinnern denn an Hunde. Alles geht so schnell – es ist unmöglich, einige der elegantesten Sprünge und Wendungen nicht zu verpassen and genauso unmöglich, die perfekte Choreographie ihres Tanzes voll zu erfassen. Ein Tanz nur mit dem einen Ziel, die Beute in die Enge zu treiben und zu packen.

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Und dann, fast so schnell, wie sie begann, endet die Hatz. Das Kaninchen findet Schutz unter einem riesigen Busch. Blitzschnell umzingeln die Hunde den Busch, ihre Ruten tanzen aufgeregt. Immer wieder versucht einer der Hunde, das Kaninchen aufzuscheuchen, es dazu zu bringen, die eine falsche Bewegung zu machen, wissend, dass einer der anderen rund um den Busch es sicher fangen würde. Doch dieses Mal ist das Kaninchen schlau genug.

Spanien, Land der Podenqueros

Spanien ist ein Land der Jäger, und Hunde sind immer an ihrer Seite. Meist sind es Podencos, die traditioniellen spanischen Laufhunde mit den charakteristischen großen Stehohren und ganz speziellen Rot-weiß-Zeichnungen. Abhängig von der Region variieren sie vor allem in Größe und Haarkleid. Auf Mallorca sind es die Podencos Ibicencos – oder Mallorquin -, die größte Unterart. Jagen mit Podencos hat jedoch wenig mit Artenschutz oder Hege zu tun, wie wir in Nordeuropa die Jagd oft verstanden wissen möchten.  Eine Lizenz braucht man zwar, aber das Jagen mit Podencos ist vor allem Zeitvertreib für Mensch und Hund – gerade so, wie wir nach der Arbeit mit dem Hund Radfahren oder zum Agility gehen. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern ist die Hetzjagd in Spanien noch erlaubt. Sollte das einmal nicht mehr der Fall sein, wäre das vermutlich das Ende der Podencos in ihrem Ursprungsland.

Ibicenco-Halter auf der ganzen Welt, v.a in Nordeuropa, Kanada und den Vereinigten Staaten, versuchen, die Bedürfnisse dieser faszinierenden Hunde zu befriedigen, indem sie sie beim Coursing einem Flatterband nachjagen lassen, ihre Nase beim Mantrailing fordern oder sie beim Bike-Jöring oder Canicross müde machen. Aber nur in Spanien – und in diesem Fall auf der Baleareninsel Mallorca – können die Ibicencos ihr Potenzial wirklich ausleben. Schließlich wurden sie einmal gezüchtet, um genau hier zu jagen, in dieser unwirtlichen, typisch mediterranen Landschaft, die man „Macchia“ nennt: Sanfte Hügel mit hartem und steinigem Boden, meist dicht bewachsen mit widerstandsfähigen, dornigen, meterhohen Büschen, und dazwischen immer wieder die typisch mallorquinischen losen Steinmauern. Ideal für Kaninchen um sich darin zu verstecken. Und ideal für Ibicencos um dort zu jagen.

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Das schöne Mallorca ist ein beliebtes Reiseziel, und ich war viele Male dort, ohne je von dieser besonderen einheimischen Hunderasse namens Podenco Ibicenco oder, im lokalen Dialekt, Ca Eivissenc, gehört zu haben. Man begegnet ihnen nicht als Tourist, wenn man nicht weiß, wo man nach ihnen schauen muss. Die Zwinger sind meist gut versteckt hinter dem Haus des Jägers oder abseits auf einem einsamen Stück Land untergebracht. Wenn man nicht darauf achtet, bemerkt man vielleicht nicht einmal die vielen Schilder an Zäunen und Gattern entlang der Straßen, auf denen Coto de caza privado steht, was soviel heißt wie „privates Jagdgebiet“. Der überwiegende Teil von Mallorcas Land ist eingezäunt, so auch diese Jagdreviere. Wie effektiv diese Zäune sind, ist allerdings eine andere Frage, denn die meisten stellen kein wirkliches Hindernis für einen Ibicenco auf der Jagd dar. Und so kommt es vor, dass Mallorquiner in einigen Gebieten der Insel nicht überrascht sind, wenn sie von einer Meute Podencos geweckt werden, die ein Kaninchen kreischend über ihr Grundstück und an ihrem Schlafzimmerfenster vorbei verfolgt.

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Der Osten von Mallorca ist vermutlich die Hochburg der Ibicencos vom großen mallorquinischen Typ – vielleicht nicht in der absoluten Zahl (es gibt auch auf dem Festland zwischen Barcelona und Almansa viele), aber sicher in ihrer Dichte. Mallorca misst schließlich nur 60 Kilometer von Nord nach Süd und noch weniger von Ost nach West.

Das Dorf Ses Salines (ca. 5.000 Einwohner) ganz im Südosten Mallorcas, besitzt einen der größten Clubs de caza auf der Insel. Die Associació de Caçadors de Ses Salines y Colonia St. Jordi zählt ca. 120 Mitglieder, fast so viele wie der Club der nahe gelegenen, aber viel größeren Stadt Llucmajor, die als Zentrum der Jagd mit Podencos auf Mallorca gilt. Ich kann die Zahl der Ibicencos um Ses Salines nur schätzen, aber es müssen etliche Hundert sein. Alle Jäger, die ich zu Hause besuchen oder die ich zur Jagd begleiten durfte, besaßen mindestens 10 Ibicencos im Alter zwischen zwei Monaten und ca. 10 Jahren, manche hatten sogar an die 20 Hunde.

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Die meisten dieser Hobbyjäger züchten selbst – nicht, um die Welpen gewinnbringend zu verkaufen, sondern um mit ihren Freunden aus dem Club zu tauschen und zu teilen: „Meine beste Hündin und dein bester Rüden produzieren die Hoffnungsträger für die nächste Saison“, so etwa ist die Idee. Die meisten geben nicht sehr viel auf den FCI Rassestandard, absolute Reinrassigkeit oder Schönheit, geschweige denn auf den Ausschluss von Erbkrankheiten durch aufwändige Tests: Es ist das Jagdvermögen der Hunde, das für sie zählt.  (Und dennoch, in all den Jahren, in denen ich mich für die ausrangierten Ibicencos von Mallorca engagiert habe, bin ich nicht einem einzigen Hund mit bspw. einer erblichen Krankheit der Augen oder des Knochenbaus begegnet, und auch nur sehr wenigen tauben Ibicencos). Die meisten mallorquinischen Ibicencos sind auch nicht offiziell registriert. Erst in jüngerer Zeit hat sich die Real Sociedad Canina de España (der spanische Zuchtverband und Mitglied des FCI) bemüht, mehr Ibicencos eingetragen zu bekommen, um den genetischen Pool zu vergrößern und die Rasse als nationales Kulturerbe zu erhalten.

Die Jagd: Legende und Wahrheit

Die Jagdsaison auf Mallorca dauert  von Sant Joan am 24. Juni  bis Mitte Januar. In den ersten paar Wochen ist das Jagen nur an zwei Tagen in der Woche (Dienstag und Samstag) erlaubt, später an vier. Aufgrund der oft hohen Temperaturen tagsüber findet die Jagd meistens in den frühen Morgenstunden oder am frühen Abend statt, jeweils für zwei bis drei Stunden. Die meisten Jäger finden den Morgen ergiebiger, weil die Temperaturen niedriger sind, die Umgebung feuchter, sodass sie Gerüche besser hält, und weil die Kaninchen aktiver sind.

Nur Hündinnen?

Ich hatte oft gelesen, dass eine Podenco-Meute überwiegend aus Hündinnen bestehe und nur einem Rüden – vermeintlich, weil die Rüden zu gierig seien oder die Hündinnen bereitwilliger teilen. Während die meisten Meuten, die ich erlebt habe, tatsächlich mehr Hündinnen als Rüden umfassten, bin ich auch einem Jäger begegnet, der ausschließlich mit Rüden jagt, weil er deren Größe und entsprechende Sprungleistungen schätzt – und siehe da, auch seine Rüden kooperierten einwandfrei. Manche Jäger gehen am liebsten allein auf die Jagd, andere treffen sich mit einem Freund und mischen ihre Meuten – nie war das ein Problem.

Besonders schön zu beobachten fand ich die Arbeitsteilung zwischen jungen und älteren Hunden: Auch in der Welt der Podencos zählt offensichtlich nicht allein Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, sondern auch Erfahrung! Während also die Youngster rastlos umherrennen, jedem flatternden Blatt nachjagen und in jedem kleinen Loch ein Kaninchen vermuten, sind die älteren Hunde viel cooler und effizienter: Werden sie aktiv, ist die Erfolgswahrscheinlichkeit umso größer.

“La boca blanda”

Eine der größten Legenden über Podencos betrifft ihre boca blanda – ihre “weiche Schnauze“, denn sie sollen ihre Beute lebend apportieren. In der Tat ist die Jagd (überwiegend) unblutig, und die Kaninchen sind lebendig, wenn sie dem Jäger gebracht werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie die Hatz auch überleben! Viele dieser zerbrechlichen Tiere würden schon aus purer Erschöpfung sterben, andere haben womöglich innere Verletzungen erlitten von dem – nach einer langen Verfolgung – umso beherzteren Zugriff des Hundes. In der Regel bricht der Jäger ihnen deshalb sofort das Genick, um sie von ihrem Leid zu erlösen.

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Der Rückruf

Für Ibicenco-Liebhaber außerhalb von Spanien ist der Rückruf die eine Sache, die man übt, bis der Hund 15 Jahre alt ist, und die oft auch dann noch nicht zuverlässig sitzt. Für den spanischen Jäger ist dieser „Ungehorsam“ des Podencos aber in der Regel kein großes Problem (natürlich gibt es auch Ausnahmen, die dann beim Tierschutz landen). Auch dem Jäger folgen die Hunde nicht aufs Wort, aber normalerweise kehren sie innerhalb kurzer Zeit, z.B. nach einer beendeten Hatz, zu ihm zurück und entfernen sich auch nie allzu weit von ihm.  Wie kann das sein? Die Spanier können den Rückruf schließlich kaum öfter und intensiver üben als wir..?

Der große Unterschied ist wahrscheinlich, dass die Jäger ihre Hunde anleiten zu jagen, während wir meist das Gegenteil tun (weil wir müssen): Wir rufen sie zurück, sobald irgendetwas ihre Aufmerksamkeit erregt. Wir gehen am liebsten dort mit ihnen spazieren, wo es kaum Wild gibt, und wenn es doch auftaucht, ist die Aufregung umso größer. Für den Podenco in Spanien ist ein Kaninchen kein großes Ding – natürlich möchte er jedes einzelne fangen, aber wenn es nicht dieses ist, dann weiß er, es wird ein nächstes geben. Außerdem flüchten Kaninchen nicht sehr weit, sondern suchen Deckung, und die Podencos müssen keinen Abstand zu ihrem Jäger halten aus „Angst“, gleich an die  Leine genommen zu werden. Das überzeugendste Argument, zum Jäger zurückzukehren, bleibt jedoch seine Wasserflasche in einer trockenen Gegend wie hier.

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Gewicht und Gesundheit

Podencos in Spanien sind nicht immer so knochig wie manche Züchter hierzulande uns glauben lassen wollen. Alle Hunde, die ich auf der Jagd beobachtet habe, waren gut genährt, manche – vor allem die älteren – sogar ein bisschen „leibig“; was sie jedoch nicht daran hinderte gut zu arbeiten. Übrigens fiel mir auf, dass sogar die älteren nicht ein kleines bisschen Zahnstein hatten, obwohl sie sicher nie eine Zahnreinigung genossen hatten. Zumindest daran gemessen scheint ihre Ernährungsweise also gut zu sein!

Nachdem ich selbst durch diese unwirtliche Landschaft gestolpert und mit zahlreichen Kratzern an Armen  und Beinen nach Hause zurückkehrte, bin ich voller Bewunderung für die Robustheit der Ibicencos.  Kleine Verletzungen durch Steine oder Dornen sind häufig, und sicher gibt es jedes Jahr auch tragische Unfälle bei der Jagd, aber gemessen an der Dauer und Intensität der Jagdsaison und den Risiken dieser rasanten Hatzen, sind sie beinahe zu vernachlässigen. Der Ibicenco ist wirklich die Offroad-Marathon-Version eines Windhundes!

Teilen der Beute

Ich habe keinen einzigen ernsten Streit über die Beute zwischen den Hunden erlebt; aber natürlich sind auch die besten Jagdhunde nicht immer glücklich darüber, ihre Beute abgeben zu müssen. Mehr als einmal brauchte der Jäger einiges an Überredungskunst, und wenn in dieser Situation ein weiteres Kaninchen von einem anderen Hund aufgestöbert wurde, dann wurde das ohnehin schon traumatisierte Kaninchen noch mal mitgenommen auf die nächste Verfolgungsjagd.

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Die Rolle des Jägers

Wann immer ich zuvor Bilder sah von der Jagd mit Ibicencos, waren die Jäger meist ältere Männer; deshalb wunderte ich mich auch nicht darüber, dass sie „am Stock“ gingen. Erst auf der Live-Jagd habe ich die echte Rolle des aus Olivenholz gemachten gaiato begriffen: Er ist viel mehr als nur eine Gehhilfe in unwegsamem Gelände!  Die Jäger weisen die Hunde damit in die Richtung, in der sie ein Kaninchen vermuten. Sie benutzen ihn, um in den Büschen und Mauern zu stochern, wo sich die Kaninchen gerne verstecken. Und vor allem sammeln und transportieren sie die erbeuteten Kaninchen an diesem Stock. Im Schnitt waren das 3 bis 5 Kaninchen in zwei bis drei Stunden, wenn es denn genug Kaninchen gab. (In den vergangenen Jahren war der Kaninchenmangel regelmäßig ein großes Thema und ein beliebter Abgabegrund für Podencos.)

Der podenquero ist für die Hunde eine große Hilfe beim Aufstöbern der Beute. In vertrautem Gelände weiß er fast so gut wie die Hunde, wo er nach Kaninchen schauen muss, stöbert oft selbst eines auf und schickt die Hunde hinterher. Mit nur sehr wenigen Kommandos ist er dabei mehr als nur der Regisseur des Stücks – er ist Teil davon.

Und wenn später am Morgen die Sonne aufgeht, die Hitze zunimmt und der „Vorhang“ des Hundeanhängers fällt, dann braucht keiner der Hunde Applaus. An ihren zufriedenen Gesichtern kann man sehen, dass ihnen ein bisschen Wasser, Futter und Schatten  für den Rest des Tages vollauf genügen um glücklich zu sein …

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Rescue Me

Die Jäger auf Mallorca – oder zumindest die aus Ses Salines, die wir gut kennen – sind nicht so schlecht wie es oft v.a. vom Festland erzählt wird. Solange sie ihre Podencos behalten, behandeln sie sie gut, lassen sie chippen und impfen (gegen Tollwut zumindest), versorgen sie neben Futter und Wasser mit Schutz gegen Wind, Sonne, Regen und Kälte und nicht zuletzt mit einem richtigen „Job“. Die Hunde sind durchweg gut genährt und bemuskelt und in aller Regel gut sozialisiert mit Hunden und Menschen. Die Jäger kennen jeden Hund beim Namen und seiner Ahnentafel, sie lieben und liebkosen sie und genießen ihre Gesellschaft.

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Dennoch:  Wenn ein Podenco nicht (mehr) für die Jagd taugt, muss er weg! Nicht wenige Junghunde erweisen sich in ihrer ersten Saison als nicht gut genug für die Ansprüche des Jägers, z.B. wenn sie nicht triebig oder erfolgreich genug sind, vielleicht rennen sie auch zu weit weg, kooperieren nicht mit den anderen oder fressen das Kaninchen selbst. Andere sind zu alt für die Jagd oder um Welpen aufzuziehen, oder sie sind krank oder verletzt. Solche Hunde werden dann meist zu uns gebracht, zur Auffangstation von Hunde aus Mallorca.

Wir kümmern uns um diese Hunde, untersuchen und behandeln sie ggf., impfen, testen und kastrieren sie und suchen dann ein neues Zuhause für sie. Da es noch immer kaum möglich ist, einen Podenco in Spanien als Familienhund zu vermitteln, werden wir vor allem in Deutschland, Holland, Österreich und der Schweiz fündig, wo es eine wachsende Gemeinde von Podenco-Liebhabern gibt, die diesen wundervollen Geschöpfen eine zweite Heimat schenken wollen, dieses Mal für immer. Seit 2008 haben wir mehr als 300 Ibicencos aller Altersgruppen erfolgreich platziert.

Vermutlich ist das unsere letzte Aufgabe mit den spanischen Jägern: Ihnen näher zu bringen, dass Podencos keine Nutztiere sind, sondern es verdienen, nach treuen Jahren auf der Jagd als Familienmitglieder auch ihren Lebensabend bei ihnen verbringen zu dürfen. Aber das wird wohl noch etliche Jahre brauchen ….

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4 Gedanken zu “Auf der Jagd mit den Podencos von Mallorca

  1. toller Post! Vieles davon konnte ich auch an meinem Podenco beobachten. Ich lasse sie auch ihrem Jagdverhalten nachgehen, zu einem Teil, weil dies einfach das Wesen des Tieres ist. Ich merke auch, wie gut ausgelastet sie dadurch ist. Sie darf nur nicht die Tiere hetzen, aber schnüffeln, beobachten, aufspüren, das darf sie und ist auch dann abrufbar. Vielleicht ja aus dem im Post angedeutetem Grund, dass ich ihr dies nicht verbiete. Wir sind immer in Gebieten mit Wild unterwegs. Sie läuft frei – aber immer mit einer sehr leichten Schleppleine. Sie hat auch schon einmal Enten gejagt, leider.. aber die Menschen, die dies beobachtet haben, waren sehr fasziniert von der Art. Und es ist für mich der wahre Podenco, der auf dem Sofa liegende Podenco ist so ein Bild in Deutschland, aber wird dem Wesen nicht gerecht. Ich denke nur wer den Hund in seiner Gesamtheit akzeptiert, wird wirklich mit ihm glücklich. Und ich denke auch aus diesem Grunde, er ist wirklich nur eingeschränkt ein Familienhund. Und man sollte auch nicht auf Hals und Brechen ihn als solchen verkaufen. Denn viele von ihnen landen dann später im Tierheim, wenn man ihren Jagdtrieb nicht unter Kontrolle bekommt, oder sie sonst ein Podenco typisches, aber unerwünschtes Verhalten zeigt. Besser wäre es, in Spanien aktiv zu werden und die Hetzjagd verbieten zu lassen. öffentliche Aufklärung, Petitionen, damit dies ein Ende hat und damit auch das Interesse an der Zucht des Podencos.

  2. Iris gebe ich Recht – der Podenco ist kein Sofahund, keine Dekoration, dennoch bleibt die Überlegung des Tierfreundes, warum Kaninchen gehetzt und gejagt werden, ihnen offenbar das Wort „Tierschutz“ nicht zusteht und warum es, lt. „podefees bericht“ angeblich für die Podencos ausreicht mit wenig Futter und Wasser glücklich über den Tag zu kommen, Erhängte Podencos, die ihre Pflicht nicht erfüllten werden nicht erwähnt und völlig abgemagerte Tiere, Hunde mit gebrochenen Beinen, die man ausrangiert, und Knochenbrüche im Brustkorbbereich, die von der abartigen Haltung einiger „Jäger“ und deren Erziehungsmethoden rühren, hingenommen – welcher Tierfreund kann schon die Jagd als unterhaltsam empfinden? Auslauf in eingezäunten Geländen ja, aber nie Freilauf im offenen Waldgebiet.

  3. Sehr geehrte Frau Knies

    ALLES hat immer zwei Seiten. Und es ist sehr pauschalisiert, wenn man – sinngemäss – immer dem Jäger den schwarzen Peter zuspielt. Ich kann mich täuschen – aber sie sind sicher, wenn sie sich so überheblich über diese Menschen auslassen, Veganerin? Ich hoffe es – ansonsten haben SIE absolut kein Recht, SO und nicht anders über die Jägerschaft zu urteilen. Nur weil sie die Tiere, welche sie als Nicht-Veganer essen, nicht selbst schlachten, sind sie keinen Deut besser als die mallorquinische Jägerschaft – die Guten und die Schlechten.

    Wenn man im Glashaus sitzt, sollte man nicht mit Steinen um sich werfen 😉

  4. Ste – im Glashaus sitzen andere, nämlich die „Jäger“ die der Freude und der Lust wegen Hasen jagen und Podencos dabei fast zu Tode hetzen. Das sind die berühmten zwei Seiten. Es gibt gute Jäger und böse. Wenn Sie vor Jahren gesehen hätten, wie die sog. Jäger die Hunde verletzt einfach am Straßengraben zurück lassen oder einfach erhängen, weiß ich nicht, wie Sie heute darüber denken würden. Am Ende des „Jagdtages“ habe ich damals oft 4 – 7 Hunde völlig fertig aufgesammelt und dann beim Tierarzt wieder zusammenflicken lassen. Wir haben Hundehütten verschenkt, damit die Tiere überhaupt ein Dach über dem Kopf hatten und als völlig abgemagertes Skelett nicht in der prallen Sonne an Teertonnen standen – grünes brackiges Wasser und trockenes Brot ………sonst nichts. micro-chip gab es damals nicht und selbst heute werden die meisten Podencos vom Besitzer nicht gechipt. Wenn man das mal erlebt hat, kann man der Jagd als solcher nichts mehr abgewinnen – lediglich den Podenco Ibicenco bedauern und für seine Langmut und Treue bewundern. Vielleicht hilft Ihnen diese Schilderung etwas, meine Einstellung zu verstehen.

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