Kleiner Knigge für Hunde-Interessenten

  • Bitte geben Sie in Ihrer ersten Kontakt-Mail an uns keinesfalls freiwillig etwas von sich preis. Was wir wissen müssen, um Ihnen einen unserer Hunde anzuvertrauen, ziehen wir Ihnen gerne mühsam aus der Nase; ist wirklich nicht viel, und Ihr vollständiger Name und Ihre Telefonnummer gehören sicher nicht dazu – eine lustige E-Mail-Adresse à la hotzenplotz@hotmail.com genügt völlig, um unser Vertrauen zu gewinnen.
  • Wenn Sie uns anrufen, rufen Sie am besten erst nach 21 Uhr an, wenn wir – entspannt von einem langen, ruhigen Tierschutztag – mit Chipstüte, Hunden und manchmal auch Partner (so der noch nicht Reißaus genommen hat) auf dem Sofa lümmeln; dann haben wir am meisten Lust, uns viele alte Geschichten Ihrer verstorbenen Lieblinge anzuhören. Alternativ ist auch ein Anruf vor 8 Uhr morgens schön; da wissen wir meist so gar nicht, was wir mit unserer Zeit anfangen sollen.
  • Rufen Sie auf jeden Fall an, auch wenn Sie gar nicht ernsthaft an der Adoption eines Hundes interessiert sind, sondern nur Langeweile haben, dafür aber in Ihrer Jugend mal mit dem Nachbarshund spielen durften. Wir Tierschutztanten engagieren uns auch nur für Hunde, weil es uns an menschlichen Sozialkontakten mangelt – wir freuen uns über jeden kleinen Plausch! Und sparen Sie sich einfach zu fragen, ob wir gerade Zeit haben … für Sie nehmen wir uns Zeit.
  • Machen Sie sich auch nicht erst die Mühe, die umfangreichen Informationen über unsere Hunde auf unserer Website zu lesen, sondern lassen Sie sich lieber alles von uns persönlich vorkauen – dazu sind wir schließlich da, das ist Service!
  • A propos Service: Der Second-Hand-Hundemarkt ist ein Käufermarkt – Recht haben Sie, das auszunutzen! Schauen Sie sich ausgiebig um, vergleichen Sie Preise und Schönheit der Hunde, reservieren Sie am besten fünf bis zehn Hunde gleichzeitig, natürlich bei verschiedenen Organisationen, und machen Sie Kennenlerntermine mit allen aus, bevor Sie sich entscheiden. Dann haben die Tierschutztanten endlich was zu tun, und Sie können sich am Ende den besten Deal/aufsehenerregendsten Hund aussuchen. Schließlich machen Sie das bei der Suche nach einem zweibeinigen Partner im Internet auch nicht anders, oder??
  • A propos Käufermarkt: Froh können wir sein, dass Sie uns überhaupt einen Hund abnehmen möchten. Da müssen Sie sicher keine intimen Fragen nach Wohnsituation oder Tagesrhythmus beantworten; Sie wissen schließlich selbst am besten, dass genau dieser Hund für Sie bestimmt ist. Und wenn die Tierschutztanten doch darauf bestehen – erzählen Sie uns einfach, was wir vermutlich hören wollen, das kriegen wir eh nie raus …
  • Es ist auch nicht nötig, vorher gut zu überlegen, welcher Hund zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passen könnte. Wenn der ausgewählte Hund unerwartet doch nicht 8 Stunden jeden Tag allein bleiben mag und aus Langeweile Ihre Schuhe ankaut, oder das Stuhlbein Ihres besten Sessels markiert hat, oder Ihre Katze nicht sofort innig liebt, dann verkaufen Sie ihn einfach weiter über eine Kleinanzeige in kijiji; oder, wenn das nicht schnell genug geht, lassen sie ihn einfach wieder abholen vom Tierschutz – haben die ja ohnehin so gewollt! Wir lassen dann alles stehen und liegen und reißen die 500 km zu Ihnen so schnell wie möglich ab, denn man kann Ihnen wirklich keine einzige Nacht mehr mit dem nervigen Kläffer unter einem Dach zumuten (und die Schutzgebühr bekommen Sie natürlich auch komplett zurück). Wenn wir doch zu spät kommen sollten, binden Sie die Töle einfach vorm örtlichen Tierheim an – denn Vorsicht: im Tierheim abgeben geht nicht, die wollen doch tatsächlich Geld dafür, stellen Sie sich das mal vor.
  • A propos Geld …  Sie haben wirklich genug Gutes damit getan, dass Sie einem armen Hund aus dem Süden ein neues Zuhause geben und ihn auch noch selbst am Flughafen abholen wollen. Deshalb verzichten wir gerne auf die Schutzgebühr, die eigentlich die Kosten von Transport, Chippen, Impfen, Testen, Kastrieren, Füttern und sonstigem Päppeln Ihres Hundes decken sollte. Sie haben Recht, ein echter Tierschützer ist eben nur, wer nicht nur täglich 24 Stunden, sondern auch sein gesamtes Hab und Gut und Einkommen (aus dem kleinen „Nebenjob“ neben dem Tierschutz) für die Tiere einsetzt.

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