Heute schon sprachlos gewesen?

Erinnert Ihr Euch noch an meine Jahre alte Geschichte von der seltsamen Karriere der Ibicencos? Ich lag leider nicht falsch, als ich damals schrieb:

„Staunend schaut man zu, wie Menschen, die man aus Überzeugung im Lager der Tierschutzverfechter wähnte, plötzlich zu Erstnachfragern werden, die damit die Produktion auch in Nordeuropa stimulieren und sich womöglich sogar selbst irgendwann berufen fühlen, Ibicencos zu züchten – sei es mit Registerhunden oder solchen mit Ahnentafel; aus der Überzeugung heraus, die Rasse von Deutschland aus „retten“ zu müssen, oder auch nur, weil der eigene Hund so toll ist, dass er sich unbedingt mal vermehren sollte.

Nun steht Letzteres offenbar kurz bevor, und ich schwanke zwischen ungläubigem Staunen und Wut über so viel Egozentrik und verkorkstes Hundeweltbild.  Und als wäre das nicht schon unschön genug, sind es sogar ausgerechnet „meine“ eigenen Adoptanten eines Ibicenco-Welpen (der naturgemäß in so jungem Alter nicht kastriert abgegeben werden konnte), die es wagen, auf der Website ihrer „Zuchtstätte“ öffentlich einen Wurf mit einer Tierschutz-Hündin anzukündigen! 😯

INNOKO war 2010 eine aus einem 5er-Wurf Ibicenco-Mädchen, die blutjung mit ihrer Mutter IOLANTE in unserem Tierheim auf Mallorca abgegeben wurden, ohne Papiere oder Angaben zum Vater, versteht sich.

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Hübsch? Ja, sicher waren sie das, das sind Ibicencos für mich ja (fast 😎 ) alle. Aber sicher auch nicht perfekt – Mama IOLANTE hat ein falsch angesetztes Ohr, das auch eine Schwester geerbt hat, und INNOKO war und blieb immer die Mickrigste des Wurfes.

Damals wäre ich nicht darauf gekommen, dass jemand darüber nachdenken könnte, mit einem dieser Welpen bewusst zu züchten, um damit der Rasse einen zweifelhaften Dienst zu erweisen, alle später hierzulande errungenen, ebenso zweifelhaften Schönheits- oder Leistungstitel 🙄 hin oder her.

Nichtsdestotrotz gingen wir natürlich auf Nummer Sicher und verankerten im Vertrag eine Klausel, die die Nachzucht ausdrücklich verbietet und festlegt:

„Sollten dennoch Welpen geboren werden, dürfen diese nur mit Einverständnis und Schutzvertrag von Hunde aus Mallorca abgegeben werden“.

Ich erinnere mich sogar noch genau an das Telefonat mit Frau K. zu diesem Thema, wissend, dass sie bis dahin, bis auf ein oder zwei kleine Podenco-Mixe aus dem Tierschutz, nur Hunde (Azawakhs) mit Stammbaum in der Familie hatte.  Neinnein, natürlich hatte sie nicht die Absicht …  Den Vertrag einschließlich dieser Klausel unterschrieb sie denn auch anstandslos.

Es obliegt nun dem Verein, dem ich nicht mehr angehöre, geeignete rechtliche Mittel gegen diesen Vertragsverstoß zu ergreifen, am besten noch, bevor er passiert. (Und wenn es doch nicht zu verhindern ist, wisst Ihr ja, wo Ihr demnächst hübsche Ibicenco-Welpen adoptieren könnt, nämlich bei Hunde aus Mallorca  😉 )

Mir selbst bleibt als Mittel gegen so viel Unverfrorenheit, die Recht, Tierschutzgedanken und verantwortungsvolle Zucht mit Füßen tritt, nur die Öffentlichkeit. Also gehet hin und teilet großzügig 😎

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14 Gedanken zu “Heute schon sprachlos gewesen?

  1. Die Zucht mit einer/einem Registerhündin/Registerrüden ist nach meiner Auffassung ein Unding, denn erst die dritte Generation erhält nach Beibehaltung der Reinrassigkeitsmerkmale normale Ahnentafeln.
    Die Welpen der beiden benötigten Zwischengenerationen bekommen also Registerpapiere, die für viele Windhundliebhaber nicht unbedingt eine Empfehlung darstellen.

    Wohlbemerkt, Generationen und nicht Würfe …

    Geht man also davon aus, dass ein Wurf bis zu 10 Welpen stark ist, sei die Frage gestattet, was man mit diesen ~ 20 Welpen macht?
    Ab damit in den Tierschutz ?????

    • Das wäre eine höchst perfide Idee … zumindest die erste Generation müsste ja schon quasi per Vertrag zurück zur Orga, dann ist man die schon mal los 😉

      • Wieso ist der Artikel bei Facebook nicht mehr sichtbar? Ich hatte den geteilt und sehe ihn nicht mehr auf meiner Seite.

      • Dann hast du nicht direkt den Artikel geteilt, sondern einen Facebook-Beitrag mit dem Link drin (ich hatte zwischendurch meinen eigenen Beitrag auf FB auf nicht-öffentlich gestellt, weil nicht jeder die Kommentare darunter lesen können muss). Du kannst den Blog aber direkt auf der Blog-Seite über den Facebook-Button teilen … sorry dafür.

  2. und somit werden dann die hiesigen Tierheime bald mit genau diesen Hunden überschwemmt, weil sich die leute nicht wirklich im klaren sind, was sie sich da ins haus holen…das finde ich das traurigste. es geht immer nur ums Geld und die gier des menschen..!!!

    • Leider ist Profit wichtiger für manche Menschen als die Psyche des Tieres und die Verantwortung was aus den Welpen wird! Sehr traurig!

  3. Die Welpen unterliegen somit dem Tierschutz dass ist klar! Ich verstehe nicht warum man der Hündin das antut selbst Welpen zu haben obwohl sie selbst schon schlimmes im Leben erfahren musste! Ansonsten wäre sie ja nicht im Tierheim gewesen! Warum denken Menschen wie in diesem Fall an Profit und nicht an die Psyche des Tieres! ? Traurig!

    • Naja, das kann ich nun auch nicht so stehen lassen. Die Hündin selbst hat gar nichts Schlimmes erlebt; wenn Du den Text gelesen hast, weißt Du, dass sie als Mini-Welpe mit ihren Wurfschwestern und Mutter ins Tierheim kam und sofort vermittelt war. Und ob man einer Hündin per se Schlimmes damit antut, wenn sie einmal im Leben Mutter wird, wage ich jetzt auch mal zu bezweifeln (ich rede hier nicht von „Zuchtmaschinen“) – andere Tierfreunde argumentieren ja genau damit gegen Kastrationen. Profitgier ist sicher auch nicht der Grund für diesen Wurf: Welpen ohne Papiere erzielen keine guten Preise, und die Kosten sind hoch. Dennoch ist es einfach ein grober Vertrauens- und Vertragsbruch und widerspricht komplett unserem Verständnis von Tierschutz und verantwortungsvoller Zucht.

      • Ok letzeres stimm ich zu! Ja gut sie war nicht lange im Tierheim und Welpen sind nicht viel wert aber denke es wird sich zeigen ob es nur bei diesem Wurf bleibt! Oder ob es weitere Generationen gibt sprich nicht mehrere von dieser Hündin sondern tatsächlich Generationen! Aber ich hoffe dass die Babys wirklich 1a Plätze bekommen und nicht im Tierheim landen weil sie die Menschen dann doch nicht mögen ohne Papiere! Alles Gute den kleinen Welpen! Lg Sabine

  4. Das hier ist schon mehr als Unverfrorenheit. Wie sollte man es nennen? Geldgier, Ignoranz, übertriebener Ehrgeiz selbst Welpen zu produzieren, Verantwortungslosigkeit oder hat sie sich einfach von Leuten „inspirieren“ oder „animieren“ lassen für Nachwuchs zu sorgen, weil Innoko doch so eine tolle Hündin ist und deswegen die Nachfrage so groß ist? Scheinbar hat sie ebenfalls weder ethische noch moralische Bedenken mit einem Hund aus dem Tierschutz zu züchten, die nur aufgrund ihres jungen Alters nicht sterilisiert werden konnte. In meinen Augen ist dies moralisch äußerst verwerflich und skrupellos. Ich kann nur hoffen, dass „Hunde aus Mallorca“ seine Rechte aus dem Vertrag notfalls auch gerichtlich durchsetzt. Diese Sache sollte keine Nachahmer finden!

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