Warum wir die Tiere lieben

Rund 40 friedliche Jahre lang hatte ich keinerlei Berührung mit der Justiz, und irgendwie war ich davon ausgegangen, das würde immer so weitergehen … Aber schaff Dir einen Hund an oder zwei, und engagiere dich womöglich noch im Tierschutz, und schon kriegst Du mehr Post von Anwälten, Ämtern und Gerichten, als Du Dir je vorstellen konntest 😯 Die, die dir das Leben schwer machen wollen, sind dabei nicht mal so sehr die Tierhasser – nein, fürchten solltest du die Tierliebhaber!

Seitdem ich die Menschen kenne,  liebe ich die Tiere.

wird der olle Schopenhauer gern von Tierfreunden auf Facebook zitiert. Allmählich habe ich allerdings den Verdacht, dass weniger schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen Grundlage dieser Einsicht sind als vielmehr schnöde Selbsterkenntnis …? 😎 Oder warum sonst geht große Tierliebe so oft mit völlig empathiefreiem Verhalten gegenüber unseresgleichen einher? Die besten Beispiele dafür sind sicher die täglichen gnadenlosen Shitstorms in den sozialen Medien, sobald ein Hundehalter es wagt, seinen Hund zu verlieren, an einer Flexi zu führen oder  trocken zu füttern 😉 Aber auch real ist das Anfeindungspotenzial enorm.

Schon ganz zu Anfang meiner Pflegestellen-Karriere wollte mich eine Frau anzeigen, weil ich meinen klapperdürren Pflegehund angeblich nicht füttern würde, im Gegensatz zu meinen eigenen wohlgenährten Hunden. Sie tat es am Ende zwar nicht – erzählte aber allen Menschen in unserem Gassi-Park davon, ob sie es hören wollten oder nicht  🙄

Mein engerer Kontakt zu den Ordnungshütern begann dank eines Facebook-Nutzers, der einen von meinem damaligen Verein importierten, eigentlich eindeutigen Bulldoggen-Mischling (Stummelschwanz, Vorbiss) auf Basis eines Fotos und seiner Laien-Expertise als Staff-Mix identifizierte und uns wegen illegalen Imports beim Veterinäramt anzeigte. Als ob wir so blöd gewesen wären, uns wissentlich über bestehende Gesetze hinwegzusetzen und das auch noch öffentlich zu machen! 👿 Wahrscheinlich fühlte der anonyme Anpisser (der sich zuvor natürlich nicht direkt mit dem Verein oder seiner Arbeit auseinandergesetzt hatte) sich dabei noch wie ein Held, großer Tierschützer und Wahrer von Recht und Ordnung. Dass er damit die Genehmigungen des gesamten Vereins und so die Zukunft der vielen anderen Tiere in unserer Obhut aufs Spiel setzte, zumindest aber hohe Kosten für Anwälte und Rassegutachten etc. zum Nachteil all unserer Tiere verursachte, kam ihm wohl eher nicht in den Sinn.

Dann kam der Tag, an dem die Katze meiner Nachbarin – nach sieben Jahren ereignisloser Nachbarschaft mit Frau wie Katze –  tot in meinem Garten lag. Ohne äußere Verletzungen, einfach so. Die Nachbarin war trotz fehlender Zeugen und Belege überzeugt, dass meine Hunde sie getötet hätten; weil sie aber unter den gegebenen Umständen keine Handhabe gegen uns hatte, stellte sie gegenüber dem Ordnungsamt abenteuerliche Mutmaßungen darüber an, wie meine Hunde (vermutlich alle hintereinander!) sich zuerst durch eine leicht geweitete Masche auf Kniehöhe meines Zauns und dann über ihren eigenen Zaun hinweg in ihren Garten gewunden haben, wo die Katze brav auf sie wartete, sich fangen und töten ließ, um dann von den Hunden wieder über ihren Zaun und durch die immer noch viel zu kleine Masche in meinem Zaun auf mein Grundstück geschleppt zu werden. Haarsträubend absurd, aber erst mal macht es Ärger.

Die Krönung meiner Verfahrenserfahrung ist zweifellos die mittlerweile legendäre Geschichte von der „Knastelse“, die mir zuerst mithilfe einer tränenrührigen Lügengeschichte ihren Hund für schlanke zwei Jahre zur Pflege aufdrückte, um mich danach wegen Unterschlagung und Tierquälerei anzuzeigen. (An dieser Stelle ist eine kleine dramaturgische Pause angemessen: So starken Tobak muss man erst mal sacken lassen 😯 ).

Seit kurzem wird diese Geschichte nun aber dicht gefolgt von der Anekdote um Podenca INNOKO: Zuerst adoptierte Frau K. über mich einen Tierschutzwelpen und unterschrieb bereitwillig, nicht mit der Hündin zu züchten; Jahre später änderte sie ihre Meinung, und als ich daraufhin meine Meinung  auf diesem Blog kundtat, verklagte sie mich auf Unterlassung von so ziemlich allem Gesagten und auf Schadenersatz wegen Geschäftsschädigung(!).  Anders als bei der Knastelse (die am Ende nur deshalb nicht wegen falscher Verdächtigung verurteilt wurde, weil der Richter befand, ihre Anwältin habe sie schlecht beraten) hat mich mein gefühltes Recht dieses Mal aber nicht im Stich gelassen: Die Richterin am Kölner Amtsgericht konnte in meinem Text außer Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen im Rahmen von Art. 5 GG nichts Unzulässiges erkennen. Und auch der Verein, der wegen Vertragsbruch gegen die Dame klagte, hat in 1. Instanz Recht bekommen 😀

Bei aller Genugtuung über diese Urteile: Ich bleibe fassungslos darüber, mit welcher Chuzpe Tierfreunde ganz bewusst ihresgleichen verleumden und betrügen oder Vereinbarungen brechen und glauben, sie könnten das Recht in ihrem Sinne zurechtbiegen. Und das alles sicher nicht, weil ihnen das Wohl der betroffenen Tiere so sehr am Herzen läge.

Vielleicht ist der Grund für solche Art Tierliebe dann doch eher bei Mark Twain zu suchen  ..? 😦

Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.

 

 

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6 Gedanken zu “Warum wir die Tiere lieben

  1. Mir drängt sich schon lange der Verdacht auf, dass Tierschutz hauptsächlich viele geistig Schwachen, oder sollte man sagen, geistig Minderbemittelten anzieht. Dort kann man sich profilieren, mit seinen Taten rühmen und präsentieren, und „Recht und Ordnung“ sprechen. Auch wenn man davon so gut wie keine Ahnung hat. Das WWW bietet dann noch die Plattform um nach Beifallsklatschern zu suchen, die natürlich ebenso in den Rechtigkeitswahn verfallen, ohne irgend einen Sachverhalt zu beleuchten oder zu hinterfragen.

  2. Ich gebe Podifee 10 Punkte. In 3o Jahren Tierschutz habe ich die lieben Tierfreunde von ihrer besten Seite gesehen. Man könnte Bücher schreiben und ganze Wände damit zustellen. Nicht beirren lassen………immer seinen eigenen Weg gehen……………..der führt zum richtigen Ziel.
    kn

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