Eine Nacht bei den Waltons

Als US-amerikanische Forscher vor einiger Zeit das Schlafverhalten von Tierfreunden untersuchten, stellten sie fest: Ein Haustier im Bett verbessert den Schlaf vor allem von Singles deutlich.

Das hätte ich ihnen vorher sagen können: Mit Hunden zu kuscheln tut gut, beruhigt, tröstet, macht einfach glücklich! Zumal sie nicht schwitzen, nicht meckern, wenn ich im Bett Socken oder Gesichtsmaske trage, und vor allem wollen sie keinen Sex im Halbschlaf oder vor dem Zähneputzen 😎 (Nur manchmal gucken sie ein ganz klein wenig vorwurfsvoll, wenn ich beim Kuscheln parallel noch auf dem Ipad rumdaddel, hab ich das Gefühl 🤔). Mit Hunden das Bett zu teilen ist einfach großartig! Je mehr, desto besser! 😍

Jedenfalls, solange man nicht schlafen will …  😎

Habt Ihr Euch als Kind eigentlich auch immer gefragt, ob die Waltons in Stockbetten in einem einzigen Zimmer geschlafen haben, oder wie sie sich sonst von Bett zu Bett eine gute Nacht wünschen konnten..? Und wie zum Teufel man in solch einer Jugendherbergsatmosphäre überhaupt Ruhe finden kann, wenn der eine schnarcht, der andere pinkeln muss und der Nächste noch quatschen will? Dabei hatten die Waltons wenigstens jeder ein Bett für sich allein (nehme ich zumindest an). Im Gegensatz zu mir! 😒

Ich muss es jetzt einfach mal so deutlich sagen: Mehrhundehalter sind vielleicht glücklicher, aber dafür auch verdammt unausgeschlafen! 😴 An manchen Tagen gähne ich öfter als meine Hunde zusammen, nachdem sie mich geärgert haben 😠 Und wenn ich mal beruflich über Nacht fort muss, ist das zwar vorher großer Organisationsstress – aber bin ich erst weg, freu ich mich wie Bolle aufs Durchschlafen! 😄 Oft drücke ich mich sogar vor dem gemeinsamen Abendessen mit den Kollegen 😎 und mach schon um 21 Uhr die Lichter aus. 10 Stunden Schlaf am Stück. Kurzurlaub von der Familie. Herrlich! 👍

Eine normale Nacht bei Mehrhundehaltern sieht nämlich ungefähr so aus:

23h00
Die Bettdecke ruft, ich schicke die Hunde zur letzten Runde in den Garten und putz mir schon mal die Zähne. Alle da? Prima, dann Tür zu und ab ins Bett. Wie jeden Abend sind die Hunde allerdings schneller als ich auf dem Weg von der Terrassentür zur Matratze. Also erst mal GILDA und AMANDA von meiner Decke schieben, die plötzlich dreimal so schwer sind wie sonst, und wenigstens 40 cm Bettbreite zurückerobern. Nichts wie Licht aus.

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23h30
Da steht was Quietschendes vor dem Bett. Es ist GINI. Wie jede Nacht hat sie gewartet, bis ich so gut wie eingeschlafen bin, um dann Hilfe beim Zustieg zu erbitten. Ich habe ihr zwar schon eine Treppe gekauft, die nimmt sie aber nur auf persönliche Einladung in Anspruch, die kleine Diva. In der Zwischenzeit hat sich Klein-TINNITUS ins Paradekissen geschraubt – das ist ungünstig, weil es GINIs Stammplatz ist, woanders kann Madame nämlich nicht schlafen. Mit einem Arm verfrachte ich den Ohrwurm auf ein freies Fleckchen am Fußende. GINI sinkt seufzend in ihr Kissen. Schnell weiterschlafen.

0h25
Markerschütterndes Gebell – ich sitze senkrecht im Bett 😱 Irgendwas steht da vor der Terrassentür. Shit! Ich habe den PELLE draußen vergessen 😣 Pfoten und Schnauze nach zu urteilen, hat er in der Zwischenzeit mal wieder unseren Gartengenossen ausführlich in Gras und nasser Erde paniert. Wenigstens hat er ihn jetzt nicht dabei – der arme Igel leidet bestimmt schon an einem Schleudertrauma 😎 Ich wische PELLE notdürftig die Pfoten ab und mach mich auf zurück ins Bett, wo es sich längst einige andere auf meinem vorgewärmten Platz bequem gemacht haben … 🙄

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1h35
MIEL träumt. Das erkenne ich daran, dass er mir seine Hinterläufe rhythmisch in den Unterleib rammt. Ich klapp ihn auf die andere Seite (soll er doch die anderen treten 😈)… und während ich noch seine spitzen Knochen neu drapiere, höre ich es aus der Ecke würgen. Behände wie zuletzt als 20jährige schieße ich aus dem Bett zur Terrassentür, den Übelköter hinter mir her schleifend … Puh, gerade noch geschafft! Jetzt noch kurz die gelbgrüne „Gras an Galle“-Garnitur mit dem Gartenschlauch wegspritzen, damit ich morgen Früh im Halbschlaf nicht barfuß reinlatsche. Und wieder schleppe ich mich zurück ins Bett, wo es sich längst einige andere auf meinem vorgewärmten Platz bequem gemacht haben … 🙄

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2h45
Das monotone Klopfen eines langen Schwanzes gegen den Bettrahmen holt mich zärtlich in die Gegenwart zurück. Der Winter steht vor der Tür: ODILE bittet um Einlass! Ich hebe die Decke an, sie springt auf die Matratze, rollt sich in meiner Kniekehle zusammen, und ich senke die Decke wieder.  Schnell weiterschlafen.

4h10
Dieses Mal ist es kein Hund, der mich weckt, jedenfalls nicht so direkt. Um den Schlaf gebracht hat mich eine Wirbelsäulen(de)formation à la Nessi, in die mich x kleine Kackbratzen gezwungen und dann in dieser Position festgetackert haben. Aua!! 😩 Mühsam befreie ich mich aus der Umklammerung – leider werden TINNITUS und MANFRED dabei wach. Hellwach 🙄

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5h20
Die ersten Mitschläfer beginnen mit der Morgentoilette. Als auch noch Gildas Blase drängt, ist die Nacht endgültig vorbei …

Klingt wenig erholsam? Ist es auch nicht 😕 Und das womöglich bloß, weil ich  das entscheidende Wort gleich zu Anfang des Studienfazits überlesen habe: „Ein Haustier im Bett verbessert den Schlaf… “ 😎

Aber hey, Großfamilienglück geht nun mal zulasten der Privatsphäre 😉 Das war schon früher so, als mein Bruder und mein Vater tierischen Spaß daran hatten, mich aus dem Schlaf zu schrecken; heute sind’s halt die Podis. Und zu wessen Anblick würde ich wohl lieber aufwachen – wenn’s sein muss  auch fünfmal die Nacht 😄

In diesem Sinne:
Gute Nacht, PELLE.
Gute Nacht, MIEL.
Gute Nacht, GILDA.
Gute Nacht, ODILE.
Gute Nacht, ERNIE … 😍

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2 Gedanken zu “Eine Nacht bei den Waltons

  1. Liebe Podifee,

    dieser Blog ist super schön geschrieben und vor allem sehr treffend. Kann ein Lied davon singen.Die einzige Ausnahme ist,daß außer meinem Podi Louis mir die Katzen den Rest geben (wollte aber nicht eine Nacht ohne sie sein).

    Ich freue mich bereits auf die nächsten „Episoden“.

    Viele Grüße Tanja F. & Co.🐕

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