Auf der Vía Verde de la Terra Alta

Alte Bahntrassen sind – dank ihrer sanften Anstiege und komfortablen Breite – vielerorts zu wunderbaren Radwegen umgebaut worden. Wenige sind jedoch so spektakulär wie die Vía Verde de la Terra Alta! Ganz im Süden von Katalonien ist sie der eindrucksvollste Teil eines 130 km langen ausgebauten Radwegs von Tortosa bis La Puebla de Híjar (Richtung Saragossa), geprägt von einer wilden Gebirgslandschaft mit grandiosen Ausblicken und schier zahllosen Tunneln, Brücken und Viadukten. Womöglich das Schönste, das ich von Spanien bisher gesehen habe!

Mit einer Länge von rund 24 km (zwischen El Pinell de Brai und Arnes-Lledó) ist dieser Abschnitt des Weges recht kurz, deshalb bot es sich an, auch ein paar kleine Podencos (Manetos) im Hänger mit auf die Tour zu nehmen. Außerhalb der Saison und an einem Wochentag ist die Strecke so leer, dass man ohne Weiteres Hunde immer mal nebenher laufen lassen kann, ohne irgendjemanden zu belästigen; außerdem ist die Strecke so abgelegen und geschützt, dass die Hunde kaum auf gefährliche Abwege geraten können – zumal sie am Rad eh etwas besser Acht geben als zu Fuß.

Wir starteten am alten Bahnhof von Xerta, etwas nördlich von Tortosa, und fuhren zunächst ein Stück am schönen Fluss Ebro entlang, bis wir den Bahnhof von Benifallet erreichten. Ab hier wird die pinienbewachsene Felslandschaft (dieser Duft!) immer wieder von meist solarbeleuchteten Tunneln unterbrochen, die willkommene Auszeiten von Sonne und Hitze gewähren. Der längste ist über 700m lang! Man kann sich vorstellen, unter welchen Mühen die Strecke Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Rund 90 Jahre war sie in Betrieb, bis Anfang der 70er Jahre ein verschütteter Tunnel das Ende des Schienenverkehrs besiegelte.

Entlang des Weges liegen etliche verlassene kleine Bahnhöfe, großenteils baufällig; einige sind jedoch zumindest am Wochenende bewirtschaftet oder haben bestückte Cola-Automaten. An unserem Ausflugstag hatte am alten Bahnhof von Bot, auf dem letzten Drittel der Strecke, ein Café in einem alten Triebwagen geöffnet. Die Hunde haben sich am Fluss Canaletes (hier ist auch ein Kloster mit Restaurant, „Santuario de la Fontcalda“) zudem beim Planschen erfrischen können!

Natürlich ist man mit Hunden nicht so sportlich unterwegs, sodass dies ganz sicher die langsamste Radtour meines Lebens war. Aber ganz gewiss war sie auch die genussvollste und garantiert nicht meine letzte mit Hund! Einen eigenen Fahrradanhänger habe ich mir direkt gekauft.

Fazit: Absolut empfehlenswert! Gutes Licht am Fahrrad und Wasser für Mensch und Hund nicht vergessen.

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